3. Juli 2018

[Rezension] "Tausend kleine Lügen" von Liane Moriarty

Autor: Liane Moriarty
Originaltitel: Big Little Lies
Deutscher Titel:
Tausend kleine Lügen
Erscheinungsdatum:
25. August 2017
Preis: 9,90 € (Amazon)(Verlag)
Seiten:
495 Seiten
Verlag:
Bastei Lübbe
Reihe:
Einzelband

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Für dieses Buch bedanke ich mich bei *NetGalley.de* und *Bastei Lübbe*!
Jane flieht vor ihrer Vergangenheit. Seit der Geburt ihres Sohnes vor fünf Jahren hat sie es nirgendwo länger ausgehalten. Nun ist sie im idyllischen australischen Küstenstädtchen Pirriwee gestrandet und scheint endlich angekommen zu sein. Schnell schließt sie Freundschaft mit der lebhaften Madeline und der schönen Celeste. Doch plötzlich geraten die drei Frauen in den Strudel von dunklen Geheimnissen, Lügen und Intrigen. Als bei einem Elternschulfest ein Mann tödlich verunglückt, bezweifeln einige, dass es ein Unfall war ...[Quelle: Bastei Lübbe]

Protagonisten
Jane ist etwas jünger als die anderen Mütter, aber davon lässt sie sich nicht einschüchtern. Sie flieht vor ihrer Vergangenheit und hat schon einige Unsicherheiten und steht unter deren Einfluss. Ihr kleiner Sohn Ziggy bedeutet ihr die ganze Welt. Als er dann am Anfang der Grundschule direkt beschuldigt wird, eine Mitschülerin verletzt zu haben, beginnt ihre gerade gewonnene Ruhe wieder zusammenzubrechen. Sie glaubt ihrem Sohn, dass er nichts getan hat, doch einige andere Mütter oder Väter glauben etwas anderes. So fühlt sich Jane nie wirklich Zuhause und das fand ich sehr traurig, da sie und ihr Sohn wirklich lieb sind und die fiese Behandlung nicht verdient haben.
 
Madelines vierzehnjährige Tochter Abigail von ihrem Exmann Nathan bereitet ihr den größten Kummer. Nathan war kaum für die gemeinsame Tochter da und nun ist es für Madeline sehr hart anzusehen, wie er für sein Kind von seiner neuen Frau Bonnie da ist und wie Abigail sich eher zu dieser anderen Familie zugehörig fühlt. Madeline fühlt sich sowohl von Abigail als auch von Nathan verraten und das ist absolut verständlich. Sie hat Jane unter ihre Fittiche genommen und beschützt sie wie eine große Schwester vor den Anschuldigungen der anderen Frauen. Sie setzt sich sehr gegen diese Ungerechtigkeiten ein und ist immer leidenschaftlich bei der Sache. Sie ist nicht der Typ, der aufgibt, sondern eine, die sich festbeißt und kämpft. Ich habe sie mit ihrer offenen, ehrlichen und entschlossenen Art direkt ins Herz geschlossen.

Alle glauben, dass Celeste eine wundervolle Ehe führt. Sie und ihr Mann Perry sind attraktiv, reich und haben zwei tolle Kinder. Doch was niemand weiß ist, dass Perry manchmal die Kontrolle verliert und Celeste dann verletzt. Seine Entschuldigungen in Form von teuren Geschenken bedeuten ihr nichts, und doch kann sie ihn nicht verlassen, denn er ist ein guter Vater und wenn er nicht gerade wütend ist, könnte man sich auch keinen besseren Ehemann wünschen. Sie liebt ihn trotz all der schrecklichen Dinge, trotz ihrer Angst. Sie möchte zwar, dass er damit aufhört, aber sie kann auch nicht wirklich etwas dagegen unternehmen.

Andere Charaktere
Das Buch hat sehr viele Charaktere. Die Kinder in der Schule, deren Eltern, die Freunde der Erwachsenen, ihre Familien und Nachbarn. Am Anfang war es kurz schwer, sich da zurechtzufinden, bei den Nebenfiguren weiß ich nach wie vor nicht, wer wer ist, aber sie haben die Sache mit ihren Geschichten schön abgerundet und ihr Tiefe verliehen.

Handlung und Schreibstil
Ich kann gar nicht genau sagen, was das Hauptthema des Buches ist. Es geht um Gewalt und Missbrauch, um den Umgang mit Kindern und deren Erziehung, Probleme in der Ehe und auch darum, sich für seine Kinder oder Familie einzusetzen. Es waren viele Punkte, die auch im Alltag oft so vorkommen und es gefiel mir, dass es zum großen Teil ganz gewöhnliche Dinge zu sein schienen.

Am Anfang des Buches geschieht ein Mord, aber der Leser weiß weder, wer das Opfer ist, noch, wer der Mörder sein könnte. Dann beginnt die Handlung sechs Monate vorher und es gibt zwischen den Kapiteln Kommentare von anderen Nebenfiguren, über aktuelle Geschehnisse oder noch kommende. Diese fand ich sowohl spannend als auch nervig.
Ansonsten fand ich den Schreibstil sehr passend. Man hatte einen guten Einblick in die Gefühlswelt der Protagonisten. Ihre Ängste, Motive und Dinge, die sie leugnen. Ich konnte die Handlungen der Charaktere immer sehr gut nachvollziehen und fand auch die Geschichte dementsprechend gelungen.
Sonstiges
Die Serie fängt die Stimmung des Buches wirklich wunderbar ein und die Schauspieler passen wirklich gut in ihre Rollen. Ich würde den Lesern die Serie empfehlen und auch den Serienguckern das Buch! Es wurde wirklich gut adaptiert.

Mir hat "Tausend kleine Lügen" mit seinen sympathischen Charakteren und der absolut nachvollziehbaren und verständlichen Handlung gut gefallen und konnte mich auch wirklich überzeugen.

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