3. Oktober 2019

[Rezension] "Ich bin Circe" von Madeline Miller

Autor: Madeline Miller
Originaltitel: Circe
Deutscher Titel:
 Ich bin Circe
Erscheinungsdatum: 
30. August 2019
Preis: 24,00€ (Amazon)(Verlag)
Seiten:
528 Seiten
Verlag:
 Ullstein - Eisele
Reihe:
 Einzelband

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Für dieses Buch bedanke ich mich bei *Netgalley.de* und *Ullstein*!
Circe ist Tochter des mächtigen Sonnengotts Helios und der Nymphe Perse, doch sie ist ganz anders als ihre göttlichen Geschwister. Ihre Stimme klingt wie die einer Sterblichen, sie hat einen schwierigen Charakter und ein unabhängiges Temperament; sie ist empfänglich für das Leid der Menschen und fühlt sich in deren Gesellschaft wohler als bei den Göttern. Als sie wegen dieser Eigenschaften auf eine einsame Insel verbannt wird, kämpft sie alleine weiter. Sie studiert die Magie der Pflanzen, lernt wilde Tiere zu zähmen und wird zu einer mächtigen Zauberin. Vor allem aber ist Circe eine leidenschaftliche Frau: Liebe, Freundschaft, Rivalität, Angst, Zorn und Sehnsucht begleiten sie, als sie Daidalos, dem Minotauros, dem Ungeheuer Scylla, der tragischen Medea, dem klugen Odysseus und schließlich auch der geheimnisvollen Penelope begegnet. Am Ende muss sie sich als Magierin, liebende Frau und Mutter ein für alle Mal entscheiden, ob sie zu den Göttern gehören will, von denen sie abstammt, oder zu den Menschen – die sie lieben gelernt hat. [Quelle: ullstein-buchverlage.de]

Ich war schon immer ein Fan von griechischer Mythologie in Büchern, bevorzugt in der Form von Romanen. Meist sind es dann Nachfahren von Göttern und anderen Figuren in modernen Zeiten, aber das hier war mal etwas ganz anderes für mich.

Circe war mir durchaus ein Begriff, aber schien doch nicht von allzu großer Bedeutung zu sein. Hier hat man aber viele Geschichten und Sagen, die Circe erlebt (die ja im Klappentext etwas lieblos aufgelistet sind), die man wiedererkennt und bei denen Circes Perspektive wirklich interessant ist. Bei den meisten hätte ich aber gar nicht gewusst, wie sie überhaupt mit ihnen in Zusammenhang zu bringen ist.

Wobei ich auch sagen muss, dass hier Fiktion und Mythologie so perfekt und logisch miteinander verwoben sind, dass man keine Grenzen ziehen kann, wo das eine endet und das andere beginnt. Es mag auch an meinen mangelnden Kenntnissen liegen und ich habe das meiste auch nicht weiter recherchiert, um die Geschichten auf ihren "Wahrheitsgehalt" zu prüfen. Dazu gibt es ja auch einige Ungenauigkeiten, die hier dann auch der künstlerischen Freiheit überlassen sind.

Als Göttin sieht Circe die Welt ganz anders, zum Beispiel ihr Zeitempfinden. Manchmal vergehen so schnell Jahrhunderte und andere Jahre dann so langsam. Man begleitet Circe durch ihr langes Leben, aber durch so viele Leben anderer und es ist auch bitter, wenn man die Figuren ins Herz schließt, sie aber kurz darauf wieder verlässt, weil ihre Zeit so schnell abläuft im Vergleich zum Leben einer Göttin.

Das Buch beginnt mit Circes Kindheit, wie sie selbst die Welt entdeckt und selbst zu einer richtigen Göttin wird. Durch ihre oft schmerzhaften und ernüchternden Erfahrungen entwickelt man Sympathie zu ihr, aber ansonsten fällt es schwer, die mythologischen Figuren zu mögen. Ich finde ihre Darstellung aber sehr gelungen: Distanziert, überheblich und ihnen ist alles zuzutrauen.

"Ich bin Circe" hat mir überraschend gut gefallen! Griechische Mythologie aus der Perspektive einer Göttin, die so viel erlebt hat und ganz neue Einblicke gewähren lässt.

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