27. Oktober 2017

[Rezension] "Manchmal musst du einfach leben" von Gayle Forman

Autor: Gayle Forman
Originaltitel: Leave me
Deutscher Titel:
Manchmal musst du einfach leben
Erscheinungsdatum:
19. Juli 2017
Preis: 16,99 € (Amazon)(Verlag)
Seiten: 
365 Seiten
Verlag:
Fischer Krüger
Reihe:
Einzelband

Maribeth Klein versucht überall ihr Bestes zu geben. Ihr Job, ihre Freunde, ihr Mann und ihre Kinder nehmen sie so sehr in Anspruch, dass sie nicht einmal bemerkt, dass sie einen Herzinfarkt hat - und das Mitte vierzig! Sie merkt erst jetzt, wie gestresst underschöpft sie ist und dass sie eine Veränderung braucht.
Maribeth muss auch mal an sich selbst denken und beschließt kurzerhand, ihre Tasche zu packen und zu gehen ...


Protagonisten
Maribeth hat eigentlich immer hart gearbeitet, aber konnte dennoch nicht alles erreichen. Ihr Job fordert alles von ihr, und ihre ehemals beste Freundin Elizabeth hat zwar alles erreicht, arbeitet aber nicht so, wie Maribeth es gutheißen würde. Also ist die Arbeit nicht so zufriedenstellend, wie Maribeth sich das erhofft hätte und das macht ihr zu schaffen.
Sie hat auch sonst viele Pflichten und versucht alle möglichst perfekt zu erfüllen, aber das geht halt nicht immer. Ihre ganzen Aufgaben halten sie ständig auf Trab und auch ihre kleinen Zwillinge sind sehr anstrengend. Ihr Mann ist meistens arbeiten und kann bei den häuslichen Aufgaben kaum helfen. Alle Last der Familie liegt auf Maribeths Schultern und irgendwann wird ihr das eben zu viel.
Jason verspricht ihr nach dem Herzinfarkt eine "Blase", in der sie sich erholen soll, aber das kann er nicht wirklich erfüllen und Maribeth fühlt sich erschöpfter als je zuvor. Sie merkt nach dieser kurzen Pause im Krankenhaus einfach mehr als früher, dass sie das alles nicht mehr aushält.
Sie geht weg, weil sie nunmal die Zeit braucht, um sich zu erholen. Egal, was die anderen tun, sie müsste immer noch etliche Aufgaben erledigen und könnte sich nicht um ihre eigene Gesundheit kümmern. Ihren Mann mit den zwei Kindern allein zu lassen, ist nicht das Beste, aber ich kann ihre Entscheidung verstehen.

Jason ist zwar der Ehemann, mit dem Maribeth schon eine längere Geschichte hat, aber er kümmert sich nicht so sehr um die Familie, wie er vielleicht sollte. Aus Maribeths Sicht sieht man immer wieder, wie er ihr die Aufgaben überlässt und sich kaum selbst um etwas kümmert.
Die Zwillinge, Liv und Oscar, waren auch interessant und auch ein weiterer Faktor in Maribeths Leben. Oscar ist eher das tollpatschige Kind und Liv das reife. Beide sind auf ihre eigene Art anstrengend und dass sie so unterschiedlich sind, macht die Sache nicht leichter. Ich habe mich teilweise schon über die Kinder aufgeregt, weil sie es Maribeth so schwer machen, aber sie sind halt vier Jahre alt und da kann man sie ja nicht wirklich für ihre Handlungen beschuldigen.

Dann gab es noch weitere Charaktere, vor allem alle, die Marybeth in Pittsburgh kennenlernt und mit denen sie ihre Zeit verbringt, aber man kann unmöglich auf alle eingehen. Sie hat ihre Nachbarn, ihren Arzt und eine weitere sehr wichtige Frau. Sie sieht in ihren Leben die Schwierigkeiten, die andere haben und lernt auch daraus, darum sind schon alle Charaktere wichtig.

Handlung und Schreibstil
Ich bin ja selbst gerade 19 Jahre alt und habe beim Lesen manchmal fast Angst bekommen. Maribeth arbeitet sehr hart und hat trotzdem so viel Stress und schafft es trotz aller Anstrengungen nicht, sich den Aufgaben gewachsen zu fühlen, die eigentlich jeder Erwachsener zu bewältigen hat. Diese Passagen haben mir dadurch auch sehr gefallen, weil ich Maribeths Stress eben richtig nachvollziehen konnte.
Auch hat es mich schrecklich aufgeregt, dass alle sie so mies behandeln in ihrem Leben. Dass sie ihre Aufgaben erfüllt und manchmal auch noch mehr als das tut, ist für alle selbstverständlich und sie - also vor allem Jason - wissen das gar nicht zu schätzen.
Also meistens konnte ich alles gut nachvollziehen und habe mit Maribeth gelitten, aber manchmal konnte ich ihre Handlungen nicht wirklich verstehen und fand sie etwas zu unnahbar.
"Manchmal musst du einfach leben" hat mir wirklich gut gefallen, weil ich mit der überforderten Maribeth gut mitfühlen konnte!

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