24. Mai 2015

[Rezension] "The Diviners - Aller Anfang ist böse" von Libba Bray

Originaltitel: The Diviners
Autor:
Libba Bray
Deutscher Titel:
The Diviners - Aller Anfang ist Böse
Erscheinungsdatum:
Oktober 2014
Preis:
19,95 € (Amazon)(Verlag)
Seiten: 704 Seiten
Verlag:
dtv
Reihe:
The Diviners #1

Protagonisten
Das Buch scheint durch die vielen Perspektivwechsel viele Protagonisten zu haben, daher werde ich mich hier auf Evie und Memphis beschränken, da die noch am häufigsten zu Wort kommen.

Evie konnte ich, vor allem am Anfang, gar nicht leiden. Sie ist gern ein Flapper - die damaligen auffälligen und sozusagen "bösen" Mädchen - und benimmt sich wie ein schlimmer Teenager. Wenn sie betrunken ist, gibt sie mit ihrer Gabe an und bringt sich damit in Schwierigkeiten. Sie lügt und denkt meistens nur an sich selbst, steht gern im Mittelpunkt und möchte eigentlich nur Tag und Nacht feiern. Ich finde aber schon, dass es der Autorin gelungen ist, den Lebensstil der Flapper anschaulich darzustellen. Das heißt aber wirklich nicht, dass ich sie sympathisch finde. Bei dem Ende dieses Buches denke ich, dass es im nächsten Buch nicht besser wird.

Memphis wurde dadurch interessanter, dass er zum einen nicht so viel von sich gibt, was ihn geheimnisvoll erscheinen lässt, und auch, weil seine Lebensgeschichte etwas mehr Tiefe hat. Er ist wie ein normaler Junge, abgesehen von seiner Gabe, die nicht mehr funktioniert, und seinem Bruder, der auch etwas Besonderes ist. Memphis hatte kein einfaches Leben (im Gegensatz zur verwöhnten Evie) und nun kümmert er sich um seinen jüngeren Bruder - das alles lässt ihn sympathisch erscheinen.

Andere Charaktere
Weitere Charaktere sind zahlreich und vielschichtig, da es bei einigen auch Kapitel aus ihrer Sicht gibt. Ich mochte nur wenige Charaktere dieses Buches, alle haben ihre unschönen Seiten, aber das lässt es natürlich realistischer wirken.

Jericho arbeitet für Evies Onkel, ist schlau, nachdenklich, sitll und ziemlich undurchschaubar. Er macht eigentlich nie was besonderes, ist aber immer mit von der Partie.

Mabel, Evies schüchterne, brave beste Freundin,mag Jericho sehr, aber sie traut sich nicht, ihn anzusprechen. Sie wirkt um Längen vernünftiger als Evie, zurückhaltend und nicht so vorlaut. Dafür scheint sie aber keine eigene Meinung zu haben, plappert einfach nach, was ihre Mutter sagt und wirkt daher ziemlich flach. Ich verstehe nicht, wie jemand wie sie mit Evie befreundet sein kann.

Theta ist sehr kühl und unnahbar. Nichts scheint sie wirklich glücklich zu machen, alles ist ihr gleichgültig. Doch Evie bewundert sie sehr, denn Theta ist alles, was Evie sein will: Frei, ihr eigener Herr und natürlich Flapper!

Und dann ist da noch Zach, der kleine Gauner, der Evie immer zur Weißglut bringt. Er ist Evie recht ähnlich; denkt an sich selbst und sein eigenes Wohl. Kein Wunder, dass diese beiden unerträglichen Charaktere sich nicht leiden können!

Handlung
So blöd ich die meisten Charaktere auch finde: Die Handlung ist wirklich gelungen. Es hatte durch die mysteriösen und unheimlichen Morde natürlich was von einem Thriller und war somit schon ziemlich spannend.

Schreibstil usw
Diese ganzen Persektivewechsel fand ich nicht so schön. Es waren wirklich viele Charaktere und ich fand schon fast, dass man teilweise zu viel wusste, da man bei manchen Ereignissen mehrere Perspektiven hatte, die unterschiedliche Informationen für den Leser bereithielten.
Sonstiges
Interessant fand ich die ganzen Informationen über die Golden Twenties! Über das zwanzigste Jahrhundert höre ich immer nur die Sachen aus dem Geschichtsunterricht : Krieg, Krieg und nochmal Krieg. Dabei sind gerade die zwanziger die beste Zeit, nur leider für Unterricht zu irrelevant :(

Meine Rezension klingt insgesamt so negativ - aber es hat mir eigentlich recht gut gefallen.

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